Die Choralschola der Gemeinde Mater Dolorosa

Von Ursula Storck

Die Choralschola der katholischen Kirchengemeinde Mater Dolorosa in Berlin-Lankwitz singt regelmäßig in den Gottesdiensten der Pfarrkirche. In der Regel erklingt der Gregorianische Choral in jeder Vorabendmesse vor dem ersten Sonntag im Monat, an den drei Hochfesten Weihnachten1), Ostern2) und Pfingsten3) und an einem weiteren Sonntag im Jahreskreis (siehe Choralschola-Termine). Dabei wird sowohl das jeweilige Proprium, als auch im Wechsel mit der Gemeinde ein passendes Ordinarium gesungen.

Choralschola im Jahr 2000

Weitere kleine Gelegenheiten ergeben sich vor der Fronleichnamsprozession, am Karfreitag und zu den Karmetten. Diese Stundengebete (Laudes) werden weitgehend auf deutsch an den drei Tagen vor Ostern um 8 Uhr morgens gehalten. Die Lesungen werden von Mitgliedern der Choralschola gestaltet, die jeweils drei lateinische Lamentationen aus dem Buch des Propheten Jeremias vorsingen.

Gelegentlich wird auch außerhalb der Gemeinde gesungen, da viele Gemeinden, die keine eigene Choralschola haben, ein großes Interesse daran haben, einen Gottesdienst mit Gregorianischem Gesang zu feiern. Auch in Trauergottesdiensten singt die Schola bei Bedarf das Requiem, auf Wunsch übrigens auch mit der Sequenz Dies Irae, die heute nicht mehr zum Kanon dieses Propriums gehört.

Zur Zeit (2005) besteht die Schola aus 16 Sängern im Alter von 14 bis 75 Jahren und setzt sich sowohl aus Schülern, Studenten und Berufstätigen als auch aus Ruheständlern zusammen. Bei den Proben wird neben der Erarbeitung der anstehenden Melodien auch auf die gesangstechnische Ausbildung gerade der jungen Stimmen geachtet. Dabei zeigt sich immer wieder, wie schwierig es ist, einstimmig zu singen, da hierbei jede rhythmische oder die Intonation betreffende Ungleichheit sehr deutlich zu hören ist.

Die Tradition des Gregorianischen Gesanges ist in unserer Pfarrei, die auf eine fast hundertjährige Geschichte zurückblickt, seit langem ungebrochen. Sogar in den Kriegsjahren des zweiten Weltkriegs wurde der Gesang durch eine Gruppe von Frauen aufrechterhalten. Nach dem Krieg gab es gewissermaßen einen Neuanfang, der maßgeblich von dem damaligen Studenten Lorenz Weinrich mitgestaltet wurde. Motiviert durch den auswendigen Vortrag des gregorianischen Te Deum4) durch einen Schwarzafrikaner aus Tansania beim gemeinsamen Gottesdienst zur Dogmatisierung der Aufnahme Mariens in den Himmel am 1. Oktober 1950 in der Petruskirche in Rom, machte er sich in der Gregorius Gilde, die immer mittwochs in der Johannes-Basilika in Berlin probte, unter der Leitung des Benediktiners Anton Grönewäller aus der Abtei Gerleve an das Studium der Gesänge. Pfarrer Dr. Johannes Pinsk holte ihn 1952 nach Lankwitz und er übernahm dort die Leitung der Schola von Mater Dolorosa.

Nach über 50 Jahren aktiver Arbeit mit der Choralschola hat der Historiker Prof. Dr. Lorenz Weinrich die Leitung vor einigen Jahren fließend an den Physiker Dr. Markus Bautsch übergeben, der seinerseits seit 1978 Mitglied der Schola ist.

Choralschola im Chorraum der Pfarrkirche

Am Himmelfahrtstag 2005, das ist der 5. Mai, ist die Gemeinde Mater Dolorosa Gastgeber eines Berliner Choralscholatreffens.

Siehe auch

musik/die_choralschola_der_gemeinde_mater_dolorosa.txt · Zuletzt geändert: 2016/12/12 22:12 (Externe Bearbeitung)
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